I hesitate…

 

I hesitate…                                          Peter Haury

 
 
Scroll down for German original Version / Faites défiler vers le bas pour la version originale Allemande

 

I hesitate…
Peter Haury

I hesitate to speak with you. I do not wish to be presumptuous. People who are more knowledgeable about your origins have invited me to talk with you. They are from the country where you were active over a hundred years ago. They are familiar with the still vibrant culture that you represent, some from personal experience. Or fragments of this culture. Yet my impression is: you no longer belong in our modern, globalized world. Or perhaps you do? Perhaps you could be a tool for our fractured present. For instance as a monument to the act of engaging with one another. Indeed, among other things, you could mark the low point reached in the relations between our respective societies, a point that we wish to integrate. We do not want to keep standing here with you, yet neither do we want to overlook you.

For just a brief, transient, tentative moment we step out of our everyday lives and realize that we like each other.

Our everyday lives are separate. They are permeated with problems that at times can be very different. But we also grasp the similarities of our problems. Issues of fraud and violence that currently entangle our societies cannot be eliminated today, nor can those within each of our own respective societies.

We begin with a moment of engagement without knowing whether it will evolve into a sense of binding continuity, into a shared, seminal perspective, or ultimately prove sustainable.

I would like to interpret your isolated, hundred-year ossification in the museum context as patience. Wait for us.

(English by Dawn Michelle d’Atri)
©2013_CrossingBoundariesOfDoubt/Peter_Haury
 
 
German original Version / Version originale Allemande

Ich zögere…
Peter Haury

Ich zögere, mit Dir zu reden. Ich möchte nicht anmaßend sein. Menschen, die Deiner Herkunft etwas näher sind, haben mich eingeladen, mit Dir zu reden. Sie kommen aus dem Land, in dem Du vor über hundert Jahren aktiv warst. Sie kennen teils aus eigener Erfahrung eine noch lebendige Kultur, die du repräsentierst. Oder Fragmente davon. Mein Eindruck dennoch: Eigentlich gehörst Du nicht mehr in unsere moderne, globale Welt. Oder vielleicht doch? Vielleicht kannst Du uns Werkzeug für unsere gebrochene Gegenwart sein. Zum Beispiel als Denkmal unserer Begegnung. Denn unter anderem könntest Du einen Tiefpunkt der Beziehung unserer jeweiligen Gesellschaften markieren, den wir integrieren wollen. Wir wollen nicht bei Dir stehenbleiben, aber wir wollen Dich auch nicht übergehen.

Für einen nur ganz flüchtigen unverbindlichen Moment treten wir aus unseren Alltagen heraus, um festzustellen, dass wir uns mögen.

Unsere Alltage, sie sind getrennt. Sie sind geprägt von Problemen, die zum Teil sehr unterschiedlich sind. Die Ähnlichkeiten unserer Probleme begreifen wir aber auch. Die aktuellen Verstrickungen von Betrug und Gewalt zwischen unseren Gesellschaften können wir nicht heute beseitigen. Genauso wenig wie diejenigen innerhalb unserer jeweiligen Gesellschaften.

Wir beginnen im Moment eine Auseinandersetzung und wir wissen nicht, ob sich daraus eine verbindliche Kontinuität, eine gemeinsame, fruchtbare Perspektive ergibt oder aufrecht erhalten lassen wird.

Deine hundertjährige isolierte Erstarrung im Museum will ich als Geduld interpretieren. Warte auf uns.
©2013_CrossingBoundariesOfDoubt/Peter_Haury